Malmö, die Stadt am Öresund

Malmö nimmt unter den Städten Schwedens eine besondere Position ein, da die Stadt, die ab dem 11. Jahrhundert besiedelt wurde und 1353 seine Stadtprivilegien erhielt, bis 1658 nicht zu Schweden gehörte, sondern zu Dänemark, und damit eine Geschichte aufweist, die weitaus mehr von Dänemark geprägt ist als von Schweden. Selbst nach 1658 war die Nähe zu Kopenhagen in manchen Punkten ein großer Nachteil für die Entwicklung Malmös, da zum einen Kriege drohten, zum anderen das schwedische Königshaus den Händlern Malmös nicht unbedingt das volle Vertrauen aussprach.
 
Auch einige der bedeutendsten Sehenswürdigkeiten Malmös sind Zeugen der dänischen Herrschaft und und unterscheiden sich daher von der Bauweise sehr deutlich von den Gebäuden, die man in Göteborg oder Stockholm findet. Sowohl die Sankt Petri Kirche, das Rathaus, das Schloss Malmöhus und selbst der Lilla Torget gehen auf die Herrschaft Dänemarks zurück und wurden daher auch von dänischen Baumeistern erbaut.

Auch nachdem Malmö im schwedischen Reich einverleibt worden war, fand man in der Stadt weiterhin sehr viele dänische Kaufleute, die Schweden als ihre neue Heimat gewählt hatten und daher während der ersten Jahrhunderte deutlich ihren Stempel in Malmö hinterließen. Erst Frans Suell, der Enkel eines aus Deutschland eingewanderten Kaufmanns, legte dann die Grundlage für ein modernes Malmö, das sich mehr und mehr in eine schwedische Stadt verwandelte, denn Frans Suell war nicht nur ein erfolgreicher Kaufmann, sondern er lies auch den ersten Hafen in Malmö anlegen um von dort aus einen internationalen Handel zu ermöglichen.
 
Als dann Mitte des 19. Jahrhunderts die Eisenbahn nach Malmö kam und der schwedische König die Handelsbeschränkungen mit Kopenhagen lockerte, begann der tatsächliche Aufstieg Malmös, das in dieser Zeit zur drittgrößten Stadt Schwedens wurde. Gleichzeitig bedeuteten diese Veränderungen allerdings auch, dass auch die Kopenhagener Kaufleute wieder verstärkt in Malmö aktiv wurden und die Verbindung Malmös zu Kopenhagen bedeutender wurden als jene zum weit entfernten Stockholm, das an der Entwicklung Malmös immer noch sehr wenig Interesse zeigte.
 
Mit dem Bau der öresundbrücke, die im Jahr 2000 eingeweiht wurde, kamen sich Malmö und Kopenhagen erneut sehr nahe, zumal man mit der Eisenbahn gerade einmal 30 Minuten zwischen den beiden Zentren benötigt, der Austausch an Arbeitskräften daher bedeutend wurde, gleichzeitig aber auch die Preise in Malmö in die Höhe trieb, wenngleich diese immer noch weit unter jenen Kopenhagens liegen.

Malmö profitiert daher auch in anderer Weise von der Nähe zu Kopenhagen, denn die Dänen jenseits des öresund werden von den billigeren Supermärkten angezogen, Wirtschaftsunternehmen greifen zu Konferenzanlagen in Malmö und die aufstrebende Stadt bietet eine Mischung zwischen mittelalterlicher Kleinstadt und modernster Architektur, was sich vor allem rund Triangeln und dem Turning Torso sehr deutlich zeigt.